Gedenken oder politische Agitation

Die Instrumentalisierung des Gedenkens und die Ideologisierung der Gedanken

Ein historisches Bild der Hausacher Ortsgeschichte. Es zeigt wie schnell sich der "braune Sumpf" auch in der Stadt unter der Burg ausgebreitet hatte. Die ehrenwerten Vertreter der Stadt und der Vereinigungen umstanden in militärischem "Outfit" den Hausacher Ort des Gedenkens und der Mahnung.

Die Nationalsozialisten lehnten von Anfang an die Verantwortung  für die Folgen des Versailler "Schmachfriedens", die umstrittenen Reparationszahlungen, die Gebietsabtretungen und die Anerkennung der Alleinschuld der Deutschen bezüglich des 1. Weltkrieges ab.  In diesem Sinne galt es gegen die Weimarer Republik und das "Ausland" in gleicher Weise Stimmung zu machen.

Das Gedenken an die 69 Gefallenen und Vermissten des 1.Weltkrieges  wurde instrumentalisiert.  Volksnahe Rituale, Aufmärsche und Kundgebungen begründeten öffentlich notwendige Maßnahmen einer erneuten Kriegsvorbereitung. Dass durch den bevorstehenden 2. Weltkrieg die Liste des Hausacher Ehrenmals noch durch 186 Gefallene und Vermisste erweitert werden müsste, konnte sich bei derartigen ideologischen Machtdemonstrationen in Hausach noch niemand vorstellen.

Text / Digitalisierung: Bernd Schmid Bild: Städt. Archiv