Bild: Alfons Streit / Stammbaum der Streits in Hausach

Der Kriegerverein Hausach wird auf Initiative von Berthold Streit gegründet

Aus der Festschrift des Vereins zum 55-jährigen Bestehen

Autor: Hermann Schmid, Kaufmann     

"Der deutsch-französische Krieg 1870/71 war für die Waffen der deutschen Heere siegreich beendet; die Truppen zogen mit wehenden Fahnen und Standarten unter klingendem Spiel wieder in ihre Heimat. Auch Hausach rüstete sich zum Empfange seiner Krieger, von denen keiner fehlte, trotzdem sie manchen harten Kampf mitgefochten hatten. Nachfolgend die Namen der Teilnehmer der Feldzüge 1870/71 und 1866:

Matth. Pfaff, Berth. Streit, Valentin Dorner, Jos. Burger, J. G. Schmider, Benj. Uhl, Karl Schmider, Jos. Bruder, Jak. Eberle, Gg. Katzenberger, Heinr. Echle, Anselm Schätzle, Jak. Herrmann, Sigm. Decker, Rieh. Klausmann, J.Küderle, Andreas Fehrenbacher, Remig. Fehrenbacher, Emil Schlicht, Konrad Echle, Th. Nestlen, Js, Günter, Ch. Eisenbeiser, Chr. Uhl, J. Kaspar, Alb. Blattmann, Jos. Engesser, Flor. Borho, Gg. Klausmann, Joh. Hirt, Jos. Schmid, Gottf. Jlg, K. Baumann, J.Baumann, Karl Klingmann, Otto Wolber, Frz. Huber, Xav. Basler, Alfr. Sum, Joh. Lauble, Maier-Bloch, Wilh. Heizmann, Wend. Borho, Sev. Schmider.

Im Jahre 1875 wurde dem Bedürfnis entsprochen, die Feldzugsteilnehmer und auch alle übrigen Soldaten, die nicht am Kriege teilgenommen hatten, zur Pflege kameradschaftlichen Geistes, engerer Fühlungnahme untereinander und nicht zuletzt, um in Not geratenen und kranken Kameraden durch materielle Hilfe Unterstützung zukommen zu lassen, in einem Militärverein zusammenzuschliessen. — Die Anregung hierzu ging von Buchbindermeister Berth. Streit aus, der durch den damaligen Stationsmeister Karrenberg unterstützt wurde.

Am 5. April 1875 wurde eine Versammlung in die Brauerei zum Schlossberg einberufen, an der 31 Kameraden teilnahmen. Herr Bürgermeister Schmid begrüsste die Versammlung und übernahm den Vorsitz; die darauf folgende Vorstandswahl zeitigte folgendes Ergebnis:Kamerad Matth. Pfaff, Präses, Berth. Streit, Schriftführer, Val. Dorner, Kassierer Jos. Burger, Benj. Uhl, J. G. Schmider und Karl Schmider, Vorstandsmitglieder. Weiter wurde ein sog. Ehrengericht eingesetzt und 5 Kameraden als Richter gewählt. Zweck dieses Gerichtes war, Streitigkeiten und Beleidigungen innerhalb des Vereins zu schlichten und evtl. Strafen zu verhängen. Das Eintrittsgeld wurde auf Mk. 1.— und der monatliche Beitrag auf Mk. — .25 festgesetzt. Die Statuten, die einstimmige Annahme fanden, besagen über den Zweck des Vereins: Hebung und Förderung des deutschen Nationalbewusstseins, Unterstützung hilfsbedürftiger Kameraden und deren Witwen und Waisen, Pflege echter Kameradschaft unter den Mitgliedern durch Beistand mit Rat und Tat. Erweisung der letzten Ehre bei Beerdigung dahingeschiedener Kameraden etc. Im darauffolgenden Jahre, nachdem der Verein bereits 56 Mitglieder zählte, nahm er die Wahl des ersten Vorstandes vor und Kamerad Valentin  Dorner wurde gewählt.

In der Folgezeit wurde nun die Beschaffung einer Fahne ins Auge gefasst, die am 12. Juli 1876 eintraf. Die Weihe fand im gleichen Monat statt, wozu sich eine stattliche Zahl von Brudervereinen einfand. Der Festzug bewegte sich unter Vorantritt der Stadtmusik zur alten Dorfkirche, wo die Weihe der Fahne durch S. Hochw. Herrn Stadtpfarrer Georg Keller stattfand. "

Text: Hermann Schmid / Aus der Festschrift zum 55. Jahrestag des Kriegervereins, Wolfach 1928 - Städt. Archiv/Helmut Spinner  / Digit. u. textl. Bearb. Bernd Schmid