Badische Münzen um 1957, aus "Catalog of world coins", 1995, 22nd Edition

Streben nach stabiler Währung und einheitlichen Maßen

Im Jahrhundert der aufkommenden Industrie und der Erschließung neuer und schneller Verkehrswege war ein solides Währungssystem Voraussetzung des Erfolgs. So war es das Bestreben der Länder, ein vergleichbares Zahlungsmittel und entsprechend vergleichbare Maße und Gewichte zu haben. In diesem Bestreben wurden in ganz Deutschland Zollvereine gegründet, die die jeweilig zu vereinbarenden Bestimmungen gemäß ihrer jeweiligen Interessen festlegen und vereinbaren wollten. Während Baden schon früh den freien Handel anstrebte, waren Bayern und Württemberg eher die Vertreter hoher Schutzzölle.

In Süd- und Westdeutschland rechnete man in Gulden, der 60 Kreuzer hatte, ohne zunächst eigene Guldenmünzen zu prägen. Man orientierte sich über den bayrisch-österreichischen "Konventionsthaler", der im Wert etwa 2 Gulden war und später als "Vereinsthaler" (= 100 Kreuzer) auch bis zur Neuordnung der Währung mit der Prägung der Reichsmark-Münzen gehandelt wurde.

Im Münchner Münzvertrag einigten sich die Länder Bayern, Baden und Württemberg auf die Prägung der 2-Gulden Münze, die im Silber-Feingehalt dem herkömmlichen Konventionstaler entsprach. 1857 schloss sich Österreich dieser Währung an. Eine unbedeutende  Änderung des Feingehalts / Gulden traf auch Baden.

Immerhin lassen sich auf Grund der Bindung an den Silber-Feingehalt die Einkommensverhältnisse der Bürgerschaft und über Eckdaten  der Lebens- haltungskosten auch Rückschlüsse  auf den damaligen Lebensstandard schließen.

Umrechnungswerte (1g Feinsilber kostet 2003  € 0,425, D.f.: 1Taler= € 7,08; 1 Gulden = 4,05; 1 Kreuzer =  € 0,07.

Der Unterschied liegt in der Zuordnung. Eine Näherin arbeitet einen ganzen Tag, um sich 1,5 kg Mehl für ein Brot kaufen zu können.

Text: Bernd Schmid

Bild: "World Coins" s. Bild