Kirche ist vor Ort zuerst die "Gemeinschaft der glaubenden Menschen"

Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden

In Hausach verstand sich  Kirche immer als Gemeinschaft der Glaubenden,  zunächst im kleinen Bereich  um die Dorfkirche, dann bis hinein in die Täler im großen  Kirchspiel Hausach - Einbach -  Sulzbach.

Alle gehörten dazu und waren füreinander da. Vor allem bei Not und Leid fühlten sich die Bürger in den drei großen "Bruderschaften" aufgehoben und verstanden. Auch  das Miteinander in der Ökumene regelten die Hausacher in der Folge des Augsburger Religionsfriedens ("wes der Fürst, des der Glaub") bis hin zur heutigen  Gestaltung von Ökumene auf eine sehr mitmenschliche Weise.

In diesem Sinne sind die Hausacher Kirchengebäude weniger  Symbol und Hinweis auf herrschaftliche Gegebenheiten, auch wenn das über die Jahrhunderte kirchen- und weltgeschichtlich nicht zu trennen war.

In unserem kleinen Ort Hausach jedenfalls  war der Glaube durch gute und   schlechte Zeiten verbunden mit Beispiel gebenden Persönlichkeiten christlich mutiger Lebensführung,  Frömmigkeit, Gemeinschaftkirchlichen Festtagen, Tradition sowie allgemein akzeptierten Ritualen und Brauchtum, das die überwiegend armen Menschen des Ortes  erfreute und im Jahresrhythmus wenigstens einige herausragende Akzente setzte, die Anlass für Lebensfreude und Zeichen von Lebensqualität waren. Wilhelm Heim erstellte nach gründlicher Forschung die Liste der im Hausacher Kirchspiel wirkenden katholischen Priester (1323-2014).

Die alte Dorfkirche stand einst im Mittelpunkt der bäuerlichen Marktgenossenschaft Einbach, in die sich die Stadt Hausach hinein entwickelte, von der sich später die Zwerggemeinde Sulzbach abtrennte.

Als Eigenkirche der Herren von Wolfach, die im 11. Jahrhundert ins Kinzigtal kamen, wurde das Gotteshaus zunächst dem Kloster St. Georgen unterstellt. Im Jahre 1179 wurde »Einbach mit der Kirche Husen« urkundlich erwähnt und dann 1275, noch zum Kloster St. Georgen gehörig, aufgeführt. Besonders eindrucksvoll ist das Tympanon, der gotische Chor mit seinem einmaligen Netzgewölbe, aber auch die seltene Fresken-Darstellung des Jüngsten Gerichts.
Da die Dorfkirche für das die Gemeinden Hausach, Einbach und Sulzbach umfassende Kirchspiel zu klein war, wurde das Gotteshaus 1894 als Pfarrkirche aufgegeben und die neue Mauritiuskirche in der Stadt bezogen.

Im Zuge der Industrialisierung, vor allen Dingen des Bahnbaus, aber auch durch eine entsprechende Gesetzgebung siedelten sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder evangelische Christen in Hausach an. Der Wunsch nach einer gemeinsamen Gebetsstätte wurde immer lauter. Nach Gottesdiensten im Hechtsberg  entschloss sich die 1888 gegründete junge Kirchengemeinde ein eigenes Gotteshaus zu bauen. 1904 konnte die neue evangelische Kirche am Bahnhof bezogen werden.

Von der Sixtus-Kapelle hören wir erstmals, als Graf Heinrich VI. neben dieser in den Jahren 1475/78 ein Franziskanerklösterlein errichten ließ.

In den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs zerfiel das Klösterlein, während die Kapelle nach und nach die Funktion einer Filialkirche einnahm. Nach dem Einzug in die neue Pfarrkirche (1894) ging St. Sixt in private Hände über und wurde zu einem Wohnhaus umgebaut. Durch Initiative des Historischen Vereins konnte der einstige Altarraum mit den wieder entdeckten Fresken erneut als Gottesdienstraum hergerichtet werden.

Es ist anzunehmen, dass die Alpirsbacher Mönche, nachdem ihnen von den Herren von Wolva 1139 der Martinshof geschenkt worden war, dort eine Kapelle zu Ehren des Hl. Martins errichteten. Das heutige Aussehen dürfte nicht der ursprünglichen Form entsprechen.

Im Jahre 1742 wurde an der Stelle eines früheren Kreuzes (1601) die Kreuzbergkapelle als vielbesuchter Wallfahrtsort erbaut. Nach neuesten Erkenntnissen soll der Bau schon früher vollendet worden sein. Später wurde neben dem Kirchlein eine Einsiedelei erstellt, die aber keinen langen Bestand hatte. Ers 1993 folgte der zur Kapelle führende Kreuzweg.

Im oberen Osterbach ließ der Hofbauer Jakob Bächle eine Kapelle zu Ehren des Bauernheiligen Wendelin errichten. Als gernbesuchter Wallfahrtsort erfuhr die Kapelle 1779 eine Erweiterung.

Am Eingang zur Breitenbachstraße stand früher eine »Bäckerkapelle« und in der Nähe des Gutleuthauses beim Untertor die »Spitalkapelle«.

1924 erbaute der Spänlehofbauer Silvester Schmid im Einbachtal aus Dankbarkeit für die glückliche Heimkehr aus dem Krieg eine Marienkapelle.

Text: Bernd Schmid und Kurt Klein