Das städtische Museum und andere museale Einrichtungen in Hausach

Eines der markantesten Gebäude in Hausach ist das historische Herrenhaus. In seinem Dachgeschoss hat das städtische Museum seinen Platz gefunden.  Vorläufer des Museums war eine "stadtgeschichtliche Sammlung", die der Hausacher Altratschreiber Wilhelm Kienzle im ehemaligen Rathaus Einbach zusammengetragen und  museal aufbereitet hatte. Leider verstarb Herr Kienzle im April 1989  und konnte weder die Fertigstellung der Herrenhaussanierung  erleben noch die Einrichtung eines neu konzipierten Museums mitgestalten.

Von 1990 - 1992 beschäftigte die Stadt Hausach zur Erarbeitung  und Umsetzung eines Museumskonzeptes Frau Steffi Karius als wissenschaftliche Fachkraft im Rahmen eines befristeten Arbeits-Vertrags. Parallel dazu hatte Kurt Klein, damaliger Vorsitzender des Historischen Vereins Hausach,  den "Museumskreis des Historischen Vereins und der Stadt Hausach"  gegründet, eine Gruppe heimatgeschichtlich engagierter Bürger.

Als Vorgeschmack auf das künftige Museum wurden 1990 in den neuen Räumlichkeiten unter Regie der Museumsfachkraft zwei Ausstellungen (Historische Fotographien sowie  Kunst-Handwerk) gezeigt.  Im Jahr 1991 folgte dann eine große Ausstellung des Historischen Vereins  zum Thema "125 Jahre Eisenbahn in Hausach".  Da das Museum  mit Ablauf des  Beschäftigungsvertrages der Fachkraft noch nicht fertiggestellt war,  übertrug die Stadt Hausach  im Jahre 1993  die weiteren Aufbau- und Betreuungsarbeiten an den  ehrenamtlichen Museumskreis unter  Leitung von Helmut Spinner.

Die zügige Fertigstellung des Projekts fiel allerdings der damaligen massiven Raumnot der Schulen zum Opfer, die eine zeitweise "Ausleihe" von Museumsräumen  für die Grundschule sowie die Kaufmännischen Schulen notwendig machte.  Als das  "Museum im Herrenhaus"  schließlich 1996 offiziell eröffnet werden konnte, musste  noch einige Zeit das sogenannte Kaminzimmer vom Wirtschaftsgymnasium als Schulraum benutzt werden. Die Dauerausstellung des Museums schildert nicht nur die historische Entwicklung der Raumschaft Hausach, sondern soll vor allem auch die Alltagsgeschichte einer Kinzigtäler Kleinstadt  und der einst selbstständigen Landgemeinde Einbach zeigen. So finden die  Besucher nicht nur Informationen zu Burg, Bergbau und Kirche, sondern auch zu Landwirtschaft, Brauchtum, Handwerk sowie zur Eisenbahn und zur industriellen Entwicklung.  Ganz besondere Erinnerungen weckt eine nachgebaute Arbeiterküche im Stil der Jahre  1930-1960 mit einem von der Hausacher Herdschlosserei Kohmann hergestellten Küchenherd.

 

Die "Turmalinsonne" Fund: Bei der Bohrung des Sommerbergtunnels, Ortsumgehung von Hausach.

Glanzstück der Ausstellung und gleichzeitig eine einzigartige Verbindung zwischen dem historischen Bergbau und dem modernen Sommerbergtunnel ist die beim bergmännisch  ausgeführten Tunnelbau gefundene "Turmalinsonne".  Der vom damaligen Bürgermeister und heutigen Ehrenbürger Manfred Kienzle sichergestellte Mineralienfund  hat zumindest in Deutschland bislang kein vergleichbares Gegenstück. Als Ergänzung zur Dauerausstellung sind im Museum natürlich immer wieder interessante Sonderausstellungen zu sehen, in denen historische Themen aufgearbeitet oder auch das Schaffen heimischer Künstler wie z.B.  Paul Falk oder Dieter Schandrach  gewürdigt wird. Die besondere Atmosphäre des "Kaminzimmers" im Museum wird übrigens nicht nur für Ausstellungen genutzt; der stilvolle Raum ist seit Jahren auch als offizielles Trauzimmer ausgewiesen und  gibt einen ganz besonderen Rahmen für den schönsten Tag im Leben heiratswilliger Brautpaare.

 

Das Museum im Herrenhaus ist jeden Sonntag von 14.00 - 17.00 Uhr geöffnet.  Sonstige Besuchstermine sind nach Vereinbarung möglich.  Auskünfte:  Tourist-Info Hausach, Tel. 07831/79-75

Weitere museale Einrichtungen in Hausach:

Molerhiisli

Das Molerhiisli in der Breitenbachstraße war Wohnhaus und Atelier des Hausacher Malers und Mundartdichters Eugen Falk-Breitenbach (1903-1979). In den Wohn- und Arbeitsräumen des Künstlers sind Ölgemälde, Zeichnungen und Aquarelle mit Motiven aus dem mittleren Schwarzwald sowie viele volkskundliche Gegenstände aus dem Kinzigtal ausgestellt.  Um das Künstlerhaus für die Nachwelt zu erhalten, ging es durch testamentarisches Vermächtnis von Eugen Falk-Breitenbach in den Besitz der Stadt Hausach über. Besichtigungen können über die Tourist-Info Hausach, Tel. 07831/79-75 vereinbart werden.

Das am Haus angebaute Schauatelier ist zwischenzeitlich zu einer kleinen Wohnung umgebaut und dient als Domizil für den/die  jeweilige(n)  Hausacher Stadtschreiber(in).

Feuerwehrmuseum
Im Dachgeschoss des Feuerwehrgerätehauses (Sattlerstraße 9)  ist seit 2008 das erste Feuerwehrmuseum der Ortenau eingerichtet. Die Dauerausstellung zeigt Dokumente, Gerätschaften und Objekte aus 200 Jahren Feuerlöschwesen.  Eine Präsentation zur Chronik der 1892 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr stellt anschaulich  Entwicklung, Ausbildung  und Einsätze der Hausacher Feuerwehr dar.
Ergänzend  ist im ehemaligen Hausacher Bauhof beim Waldstadion eine kleine Fahrzeug- und Geräteschau eingerichtet.
Die Betreuung des Museums erfolgt durch die Alterswehr der FFW Hausach.  Besichtigungen können über die Tourist-Info Hausach, Tel. 07831/79-75 vereinbart werden.

Bergbaufreilichtmuseum "Erzpoche" Vergl.: www.dorfer-erzbrueder-hausach.de

Zunftarchiv der Freien Narrenzunft Hausach

Vergl.:  http://www.narrenzunft-hausach.de

Text/Bild: Helmut Spinner